Reform ab nächster Saison / Kreistag schafft die C-Klassen ab

MANNHEIM.Die Vereine aus dem Fußballkreis Mannheim haben auf dem außerordentlichen Kreistag die Abschaffung der C-Klassen und damit einhergehend die Aufstockung der B-Klassen beschlossen. „Aus unserer Sicht ist das die richtige Entscheidung. Die C-Klasse wäre sonst nicht lebensfähig“, sagte etwa Michael Scheuermann, Vorsitzender des B-Ligisten DJK Jungbusch, und lag damit auf einer Wellenlänge mit zahlreichen anderen Funktionären: 73 Prozent der Anwesenden votierten für dieses Modell, das ursprünglich erst zur Saison 2018/19 greifen sollte. Doch hier machten die Vereinsvertreter mobil und stimmten mit 82 Prozent dafür, die neue Regelung schon ab der kommenden Spielzeit zu aktivieren.

Verband muss noch zustimmen
Kritisch betrachtet hingegen Mario Maric, Spielausschuss der SpVgg Ilvesheim, die neue Ligastruktur: „Das ist einfach nur eine Verschiebung des Problems, aber auf keinen Fall eine Lösung. Es spielen dann Teams aus der B-Klasse gegen den heutigen Letzten der C-Klasse. Es wird mehr Abmeldungen geben, wenn es Mannschaften gibt, die zweistellig verlieren.“ Für eine sofortige Umsetzung wäre die Zustimmung des Verbandsvorstandes erforderlich. Eine Entscheidung darüber soll im Laufe dieses Monats erfolgen.

Der zweite große Themenkomplex drehte sich um die Aufarbeitung der Prüfung der Kreiskasse. Ein früherer Kreisvorsitzender hatte Anzeige beim Badischen Fußballverband (bfv) erstattet, da es Gelder gegeben haben soll, die nicht ordnungsgemäß verbucht wurden. Der bfv veranlasste unmittelbar nach der Anzeige eine Ermittlung durch einen Verbandsbeauftragten und extern durch einen neutralen Rechtsgutachter. Als Ergebnis stand ein Geldbetrag von 3140 Euro im Jahr 2010, der aus ordnungsgemäß kassierten Strafzahlungen in bar entstand, jedoch nicht ordnungsgemäß verbucht wurde. 2011 wurde dieser Betrag aufgelöst und innerhalb des Fußballkreises für Investitionen und Spenden verwendet.

Nicht tolerierbarer Umgang“
Eine Benachteiligung der Vereine sei daraus jedoch nicht entstanden, erklärte Ronny Zimmermann, bfv-Vorsitzender und Vize-Präsident des DFB. Auch mit Blick auf die Spesenordnung wurden Überschreitungen festgestellt, woraufhin die betroffene Person nun eine Spende in Höhe von 500 Euro zusicherte. Als Ergebnis der Prüfung, so Zimmermann, sei ein „nicht tolerierbarer Umgang mit Geldern der Vereine“ festgestellt worden.

Die damaligen Verantwortlichen konnten jedoch nicht zur Rechenschaft gezogen werden, da sie sich nicht mehr in Ämtern befinden. Allerdings gaben sie im Rahmen der Untersuchungen ihre Ehrentitel zurück. Auch aktuelle Mitarbeiter des Fußballkreises wurden vom Verband mit einem Verweis belegt, da sie trotz Kenntnis der Vorgänge dem Verband gegenüber keine Meldung gemacht hatten.

„Es war wichtig, dass wir die Thematik für die Vereine so transparent wie möglich dargestellt haben“, betonte der heutige Kreisvorsitzende Harald Schäfer, der von den Clubs das vollste Vertrauen ausgesprochen bekam. Außerdem bestätigten die Kassenprüfer der heutigen Kasse des Fußballkreises eine einwandfreie Buchführung. wy

Quelle: © Mannheimer Morgen, Mittwoch, 03.05.2017