Ein nie da gewesenes Wettrüsten / LL-RNK startet am Wochenende

LL-RNK startet am Wochenende +++ Wieblingen und Bammental rüsten prominient auf +++ Eppelheim holt gar einen ehemaligen Bundesliga-Spieler +++ Viernheim erster Absteiger

An Unattraktivität leidet die Landesliga Rhein-Neckar in der Spielzeit 2017/18 ganz gewiss nicht. Das liegt zu einem großen Teil am TSV Wieblingen, dem FC Bammental sowie dem ASV/DJK Eppelheim. Angesichts deren teils spektakulärer Transfers muss man diese drei Klubs ganz dick auf dem Favoritenzettel unterstreichen.

Als noch nicht einmal die Vorbereitung der Landesliga-Klubs begonnen hat, machte bereits die erste große Schlagzeile die Runde. Der TSV Amicitia Viernheim hat sich entschlossen, keine Mannschaft für die aktuelle Saison zu stellen und steht daher als erster Absteiger fest. Während der vergangenen Runde, in der die Südhessen letztlich chancenlos aus der Verbandsliga abgestiegen sind, machten die ersten Gerüchte über eine Abmeldung die Runde.

Die Abmeldung wirkt sich wie folgt aus: Viernheim ist Tabellen-16. Die anderen 15 Klubs haben somit nur 28 Spiele und sind in der Hin- und Rückrunde jeweils einmal spielfrei. Der 14. und der 15. müssen direkt in ihre jeweilige Kreisliga absteigen und der Tabellen-Dreizehnte bekommt die Chance, sich über die Relegation in der Klasse zu halten.

Den einen Topfavoriten gibt es nicht

Die Liste der Neuzugänge liest sich vor allem beim TSV Wieblingen wie ein „Who is Who“ des regionalen Amateurfußballs. Matteo Monetta, Mike Kappes, Timo Mistele, Florian Jost oder auch Christoph Jüllich. Für den neuen Trainer Norbert Muris eine mehr als komfortable Ausgangsposition. Der ehemalige Trainer der DJK/FC Ziegelhausen/Peterstal und des TSV Viernheim weiß jedenfalls, wie man Landesliga-Meister wird. In der Saison 2010/11 gelang ihm dies mit der Köpfel-Elf. Bleiben die erfahrenen und hochveranlagten Neuzugänge von Verletzungen verschont, wird die Meisterschaft nur über eine Mannschaft gehen – und das ist die des TSV Wieblingen.

Wer letztes Jahr vorne mit dabei war, ist diese Spielzeit ebenfalls nicht zu unterschätzen. Die grandiose Rückrunde des VfB St. Leon, die dank 15 ungeschlagener Partien in Folge mit der Vizemeisterschaft endete, hat Eindruck bei der Konkurrenz hinterlassen. Der clevere Trainer Benjamin Schneider hat die Mannschaft mit seinem Team um das Team gezielt verstärkt. Wie die Vergangenheit gezeigt hat, hatten vor allem die vermeintlichen Favoriten ihre liebe Not mit dem unbekümmert auftretenden VfB. Dagegen taten sich die Schwarz-Gelben gegen die Kellerkinder fast ausnahmslos schwer und haben in den Duellen, in denen sie das Spiel machen mussten, etliche Punkten liegen lassen.

Eppelheim und Bammental muss man aufgrund ihrer Kaderzusammenstellung ebenfalls stärker einschätzen als im letzten Jahr. Und da belegten die beiden Klubs bereits die Ränge vier und drei. Beim ASV/DJK Eppelheim hat man sich Ende Juni vergnügt die Finger gerieben. Grund dafür ist die Verpflichtung eines ehemaligen Bundesliga-Spielers. Timo Staffeldt (24 Bundesliga-Einsätze für den Karlsruher SC) hat sich vom Profi-Fußball verabschiedet und lässt seine Karriere in Eppelheim ausklingen. Klar, dass so ein „Kaliber“ für eine Portion Extra-Motivation beim übrigen Kader sorgt.
Zwei Spielzeiten in Folge stand der FC Bammental zu Rückrundenbeginn ganz vorne. Doch beide Male verhinderte eine Schwächephase um die Spieltage 21 bis 27 den ganz großen Coup. Als Sportlicher Leiter ist Uli Brecht zu „seinem“ FCB zurückgekehrt und konnte direkt ein paar starke Transfers „eintüten“. Die Mannschaft ist in der Breite ohne Frage besser aufgestellt und hat alle Möglichkeiten, sich dieses Jahr ganz oben festzusetzen.

Mühlhausen hat das Zeug zur Überraschungs-Elf

Dem 1. FC Mühlhausen ist durchaus eine Überraschung zuzutrauen. Die Elf von Trainer Sachar Theres konnte von den guten Beziehungen nach Walldorf profitieren und ein paar interessante Nachwuchstalente für sich gewinnen. Schon in der abgelaufenen Saison war der FCM lange Zeit vorne mit dabei und musste lediglich aufgrund zahlreicher personeller Ausfälle gegen Ende der Runde abreißen lassen.
Auf dem Zettel muss man aber auch den FV Brühl haben. Volker Zimmermann ist es dort gelungen, die Mannschaft kontinuierlich weiterzuentwickeln. Wenn alles passt und die Mannheimer in ihren Leistungen konstanter werden, können sie einen Platz in der Spitzengruppe belegen. Wie jedes Jahr fällt es sehr schwer, eine Einschätzung zum SV Waldhof Mannheim II abzugeben. Hatten in den vergangenen beiden Spielzeiten einige gar mit einem Aufstieg der Regionalliga-Reserve gerechnet, mussten die Blau-Schwarzen zwischendurch sogar aufpassen, nicht in den Abstiegskampf abzurutschen. Eine große Fluktuation im Kader ist zu erwarten.

Der TSV Michelfeld hat als Sechster die beste Saison seit dem Wiederaufstieg 2013 abgeliefert. Beim Angelbachtaler Verein hat sich mal wieder einiges getan, wobei bei den Neuzugängen das Hauptaugenmerk darauf lag, Stürmer zu verpflichten. Ein nachvollziehbarer Ansatz, schließlich hatte der TSV letztes Jahr ohnehin schon die beste Abwehr, da würden mehr geschossene Tore gut tun.

Die halbe Liga muss den Klassenerhalt im Blick haben

Das zweite Jahr nach dem Aufstieg gilt als das Schwierigste. Beim ASC Neuenheim will man diese These wiederlegen und sich deutlich früher eine weitere Landesliga-Spielzeit sichern. Den Anatomen wird ein guter Spielstil nachgesagt und sie haben definitiv das Zeug, eine Runde fernab jeglicher Abstiegssorgen zu absolvieren.

Drei Klubs aus dem Mannheimer Fußballkreis wollen erst einmal so viel punkten wie möglich, ehe ein anderes Ziel als der Klassenerhalt in den Fokus rücken kann. Die TSG Eintracht Plankstadt hat sich im vergangenen Jahr als Aufsteiger am letzten Spieltag gerettet. Ähnlich wie in Neuenheim lautet das Ziel auch hier: Gerne früher. Aus der Kreisliga rücken der FC Türkspor Mannheim und die SpVgg Ketsch auf. Diese beiden Vereine haben die Saison souverän auf den Rängen eins und zwei abgeschlossen. In der Landesliga weht allerdings ein anderer Wind und darauf müssen sie sich schnellstmöglich einstellen.
Furios hat der FC Badenia St.Ilgen die Heidelberger Kreisliga-Meisterschaft erreicht und darf sich nun nach zwei Jahren Abstinenz in der Landesliga zurückmelden. Mit einem neuen Trainer geht der FC diese Aufgabe an und verfügt sicher über die nötige Qualität, um nicht gleich wieder abzusteigen.

Bleibt der SV Rohrbach/S., der endlich die schwarze Serie der Sinsheimer Aufsteiger beenden möchte. Seit dem TSV Michelfeld gelang es keinem Sinsheimer Klub mehr, die Klasse im ersten Jahr zu halten. Trainer Joachim Heger steht für dieses Unternehmen ein breiter Kader zur Verfügung. Klar ist, es muss vieles optimal laufen beim SVR, dann ist es durchaus drin, als Zwölfter oder besser die Saison 2017/18 zu beenden.

Quelle:Fupa, 17.08.2017

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